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  •  "Stuttgarter Zeitung" | 18.09.2012

    „Ganz oben"

    Dina Ugorskaja zeigt bei Beethovens Spätwerk, dass sie eine herausragende Interpretin ist

    – von Hans Jörg Wangner

    Dina Ugorskajas Discografie ist ebenso überschaubar wie bemerkenswert: Bach, Chopin, Händel, vor allem eine Maßstäbe setzende Schumann-CD hat die 1973 geborene Pianistin vorgelegt. Und jetzt das: zwei der größten Beethoven-Brocken, die Klaviersonaten op. 106 und op.111. (…) Fast skrupulös zeigt sie die Architektur auf, immer das alles umfassende Intervall der Terz im Blick. (…) dann das Adagio, das sie so in die tiefsten Tiefen auslotet, wie es nur ganz großen Beethoven-Interpreten gelingt. (…)

    Was soll da noch kommen? Genau: das Opus 111, mit den klar strukturierten, bis ins letzte Detail ausgeleuchteten Arietta-Variationen – hier endgültig zeigt Dina Ugorskaja, wo sie hingehört: ganz nach oben.

    "Fono Forum" | Februar 2011 – von Ingo Harden

    Versunkener, nachdenklicher, tiefer in Stimmungen eingesponnen und damit schumannesker kann man den ersten den fünf "Gesänge der Frühe" kaum spielen. (...) Vor allem aber überzeugen die Interpretationen von Dina Ugorskaja durch die Unabhängigkeit und Originalität, mit der sie Schumanns Klangwelt lebendig werden läßt. (...) Mit viel nachschöpferischer Fantasie ist es ihr auf diese Weise gelungen, Schumanns Musik aus der gewohnten konzertanten Routine herauszuhalten und ihr eine romantisch-hintergründige Dimension mitzugeben: rhytmisch "atmend", aber ohne sich die gerungsten Freiheiten gegenüber dem Notentext zu erlauben.

    "Piano News" | Februar 2011 – von Marco Frei

    …Mit beseeltem und zugleich vergeistigtem Feingespür und authentischer ernsthafter Empathie bewegt sich Ugorskaja sicher durch vielschichtige interpretatorisch höchst tückische Grenzbereiche von emotionaler, dramaturgischer, harmonischer und struktureller Sprengkraft. So kühn die Handschrift von Schumann, so kühn ist ihre Sicht – persönlich ja, aber nicht um den Preis falsch verstandener eitler „Neudefinition“. Nein, hier befragt und ergründet eine Suchende rückhaltlos Agogik, Tempo, Form und Gehalt, setzt dort an, wo andere scheitern, sich selbst stets kritische betrachtend. Scheinbar mühelos schafft es Ugorskaja das Dunkel im Licht und das Licht im Dunkel zu finden. Vielleicht ist dies das tiefste Geheimnis der Musik von Schumann. Ugorskaja hat es auf ihre äußerst schlüssige und zwingende Weise gelüftet.

    "Solinger Morgenpost" | 22.11.2011 – von Cyrill Stoletzky

    Die letzten Beethoven Sonaten op. 109, 110 und 111 sind intime (Selbst-)Zeugnisse ihres Schöpfers. Sie sind Resümee seines Lebenswerks, künstlerisches Vermächtnis und Tor zu einer neuen Welt – der Romantik. Wer sie alle drei hintereinander spielen will, geht eine enorme Herausforderung ein. Dina Ugorskaja hat sie nicht nur bestanden. Das wäre zu einfach und diesen Meisterwerken nicht angemessen. Sie hat sie durchlitten, durchlebt, durchwandert. Mit Raffinesse und Feingefühl eroberte sie (…) im vollbesetzten Kunstmuseum Solingen den enormen künstlerischen Kosmos dieser gigantischen Musik. Wie gut, dass Starallüren, Persönlichkeitskult und nach außen gekehrte Virtuosität der in München lebenden Tochter des russischen Pianisten Anatol Ugorski so fremd sind. Ihr persönlicher Zugang zu Musik entsteht ganz aus der intensiven Beschäftigung mit der Partitur, ist ehrlich, ungekünstelt, unabhängig von Vorbildern. Gerade das macht ihr Spiel eigenständig und authentisch zugleich.

    "Solinger Tageblatt" | 22.11.2011

    Die russische Pianistin zeigte sich dieser großen Aufgabe nicht nur gewachsen, sondern hielt mit der Intensität, Kraft und Klangschönheit ihres Spiel die Zuhörer im vollbesetzten Meistermannsaal völlig in ihrem Bann.(...) Stehende Ovationen!

    "Frankfurter Allgemeine Zeitung" | 7.01.2010

    „So und nicht anders“ – Dina Ugorskaja spielt fünf Händels Klaviersuiten

    – von Peter Gülke

    …Dina Ugorskaja nimmt sich alle Freiheiten, die die historische Aufführungspraxis erschlossen hat, seit sie den Fetischismus der Klangmittel hinter sich ließ, und erweitert sie konsequent mittels der Möglichkeiten des modernen Instruments… In einer disziplinierten und sensiblen Kultur des Anschlags integriert sie ausgiebig benutzte Verzierungen in geradehin elegante melodische Bögen, wie es auf dem Cembalo kaum möglich ist. (...)

    Dass jede Note etwas „meint“, sichert das schöne Paradox bedeutender Interpretationen: Sie besitzen die Plausibilität des „So und nicht anders“, also vollkommener innerer Stimmigkeit, und vermitteln zugleich den Eindruck, dem Hier und Jetzt verhaftet zu bleiben und morgen wieder anders klingen zu können. So bietet es sich an, von einer zweifachen Entdeckung zu sprechen – einer Neues erschließenden Spielweise, einer großen Pianistin.

    "Westfalen-Blatt" | 29.11.2010

    [über Chopin-Preludes in der Oettker-Halle Bielefeld]:

    Da konnte man nur staunen und bewundern, welch expressive und individuelle Vielfalt Ugorskaja diesen Miniaturen ablauschte. In poetischer Klangsprache raubte die Pianistin den technisch verknappten Werken ihren Etüdencharakter. Dabei verlieh sie jedem Ton und sei er auch noch so zart dahingehaucht, musikalisch Gewicht. So filigran, zärtlich, lebhaft, pulsierend, durchdringend und stürmisch und drängend hört man diesen Zyklus nur ganz selten.

    "Die Rheinpfalz" | 26.10.2010

    Die Künstlerin eroberte ihr Publikum mit großartiger pianistischer Meisterschaft, mit frappierender Technik, die aber ganz dem Ausdruck der Werke diente. Ihr Spiel zielt nie vordergründig auf Wirkung und Eindruck. (...) Sie vermag es, die Gedanken, Gefühle und Stimmungen, die die Komponisten in ihrer Musik eingeschlossen haben, im Nachfühlen empfindsam und plastisch zu klingender Deutung zu bringen. Dabei gelingen ihr mit reich gefärbter Anschlagsskala vielfältigste Nuancierungen.

    "Schweriner Volkszeitung" | 12.Juli 2007

    Für das 3. Klavierkonzert in c-moll von Beethoven trat mit Dina Ugorskaja eine Pianistin hinzu, die sich Marschik wohl kaum besser hätte wünschen können zur Umsetzung seiner eigenen Intentionen. Sie bewältigte ihren Solopart wie eine Aufgabe, in der sie ganz aufging und die sie Schritt für Schritt überzeugend löste. Brillante Skalen und Arpeggien, kraftvolle Oktavengänge, melodisches Spiel: sie blätterte nacheinander durch, was ihr die Partitur vorgab. So hinterließ Ugorskajas Interpretation einen durchgeistigten Eindruck, voller Verständnis für die musikalischen Abläufe. [...] Sie bedankte sich <für den Beifall> mit einem Prelude für die linke Hand von Alexander Skrjabin, das ihr klanglich so fein defferenziert gelang, so faszinierend aus einer Hand allein in verschiedene Stimmen verzweigt, daß die Zuhörer wieder mit Bravo-Rufen und begeistertem Trampeln antworteten.

    Lippisches Kultur-Journal | 27.06.2006

    [über die Darbietung vom Rachmaninov´s 2.Klavierkonzert]

    Die NWD hätte sich hier keine bessere Interpretin und Partnerin wünschen können als Dina Ugorskaja, sylphidengleich in der Erscheinung und im Besitz schier unglaublicher Kräfte. Schon zu beginn zauberte sie den ganzen Werk bestimmenden, volltönigen Klang russischer Kirchenglocken in wenigen Akkorden hervor. Einerseits kam die Pianistin auch im gemeinsamen Musizieren immer noch gegen das rauschend aufspielende Orchester an, andererseits verfügte sie über ein unerschöpflich wirkenes Reservoir feinster Nuancen, das im Zusammenspiel mit einzelnen Instrumenten zum Hör-Erlebnis geriet.

    Deutschlandradio Kultur | 11.11.2005

    Mit ihrer Musik schafft Dina Ugorskaja Hör-Möglichkeiten: Ergebnisse ihrer eingehenden Auseinandersetzung mit den Kompositionen, wobei nachdenkliche Analyse und nachempfindende Synthese zu einer ganz persönlichen Deutung des musikalischen Stoffes verschmelzen.

    "Leipziger Volkszeitung" | November 2005

    Meisterschaft verbunden mit Seele

    (...) Gleich zum Auftakt mit Schostakowitschs Präludium und Fuge wurde klar: Hier ist eine großartige Interpretin am Werk, die Meisterschaft mit Seele zu verbinden weiß.

    Das Programm dieses Klavierabends war unübertrefflich an Umfang und Schwierigkeitsgrad. Dass diesem dennoch zwei Zugaben folgten, zeugt sowohl von der zündenden Leidenschaft, die Ugorskajas Spiel auf das Publikum zu übertragen verstand als auch von der immensen Energie, die diese zierliche charmante Virtuosin verkörpert.

    Brahms Intermezzi (op. 117) spielte sie mit aufrichtiger Zartheit und mitreißender Dynamik - Hingabe ohne Pathos ist selten so überzeugend. Als danach aber Beethovens Sonate Nr. 1 f-moll op.2 folgte, breitete sich gebannte Atemlosigkeit im Saal aus. Im Rausch der Virtuosität folgte man den deutlichen Akzentuierungen und plötzlichen dynamischen Schwankungen, wie sie für Beethovens Musik so charakteristisch sind. Prickelnde Präzision bei Höchstgeschwindigkeit verband sich hier wohltuend mit den innig gespielten Passagen des Adagio. (...)

    Beethovens Hammerklavier-Sonate (...) verkörpert eine Größe, die immer etwas Abweisendes haben wird, sich modischen Versuchen entzieht, klassische Musik zum offenen, freundlichen, allen zugänglichen Gefilde zu machen. Viele Pianisten nehmen das mit halber Kraft. Nicht so Dina Ugorskaja. Sie ist dieser gigantischen Fülle an Herausforderungen gewachsen. Sie gehört zweifellos zu den wenigen Interpreten, die es schaffen, ihren Respekt vor dem Stück für die Zuhörer in Zuneigung zu verwandeln...

    "Westfalenblatt" | Februar 2004

    Mit dem Begriff „genial“ sollte man sehr sparsam umgehen, wenn man allerdings rückblickend auf die Interpretationen dieser Ausnahmepianistin denkt, gibt es keine passendere Vokabel. [...] frappierende Technik mit unglaublicher Fingermotorik, bestechende Anschlagskultur und atemberaubende manuelle Sicherheit, ganz abgesehen von Treffsicherheit und kraftvoller Virtuosität, die man dieser zierlichen zarten Person kaum zutrauen würde.

    "Neue Westfälische" | Februar 2004

    Selbst Bach, Schumann und Chopin hätten wohl gar nicht anders gekonnt, als ihr in jede Nuance ihres Vortrags staunend und hingerissen zu folgen.